Ausstellung
Die Ausstellung beleuchtet die historischen Hintergründe antikolonialer Bewegungen im Berlin der 1920er Jahre. Sie stellt Protagonist*innen, Organisationen und Orte vor und gibt Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Projekts.

Die Ausstellung besteht aus acht 1 × 2 Meter großen, leichtgewichtigen Ausstellungsmodulen aus laminierter Pappe. Im Zentrum steht eine große Karte Berlins aus den 1920er Jahren, auf der Orte antikolonialer Organisierung verzeichnet sind. Besucher:innen können zudem historische Archivmaterialien entdecken, darunter Fotografien von Aktivist:innen, Gründungskonferenzen und weiteren Ereignissen. Außerdem sind großformatige Schwarz-Weiß-Comiczeichnungen zu sehen, die Miriam Baker als Teilnehmerin verschiedener historischer Momente darstellen. Alle Ausstellungstexte sind zusätzlich als Audiofassungen verfügbar.
Als Begleitmaterial gibt es eine Comic-Broschüre. In ihr können Besucher:innen vertiefende Informationen zur Ausstellung erhalten und sich über eine erzählerische Comic-Geschichte auch emotional mit der Zeit und den dargestellten Geschichten verbinden.
Wir bieten zudem verschiedene Vorträge und Workshops an, die die Ausstellung inhaltlich vertiefen und erweitern. Diese Formate umfassen sowohl historisch-inhaltliche Zugänge zur antikolonialen Organisierung im Berlin der 1920er Jahre als auch künstlerisch-praktische Ansätze, in denen eigene Ausdrucksformen – etwa im Comic oder in anderen visuellen Medien – erprobt werden können. Darüber hinaus greifen die Veranstaltungen verbundene Themen auf, stellen Bezüge zur Gegenwart her und laden zur gemeinsamen Reflexion, Diskussion und zum Austausch ein.
Die Ausstellung ist auch hörbar gestaltet: Alle Texte stehen zusätzlich als Audiofassungen zur Verfügung und können vor Ort abgerufen werden. Dadurch wird ein barriereärmerer Zugang ermöglicht und die Inhalte können auf unterschiedliche Weise erlebt werden.
Projektteam

Skript / Idee
vincent bababoutilabo ist ein in berlin lebender musiker und autor. zu seinen arbeiten gehören der audiowalk zurückERZÄHLT, der 2022 mit dem 1. platz des audiowalk-awards ausgezeichnet wurde, sowie das album Rosa Shakur der gleichnamigen band. als sideman ist er im Andromeda Mega Express Orchestra aktiv, welches 2025 den deutschen jazzpreis in der kategorie bester live act des jahres gewann.

Recherche / Ausstellung
Laura Frey arbeitet als Historikerin und Kuratorin mit Schwerpunkten auf Geschlechtergeschichte, Migrations- und Kolonialgeschichte. Unter anderem war sie als Ko-Kuratorin für die Ausstellung „Trotz allem. Migration in die Kolonialmetropole Berlin“ im Museum Friedrichshain- Kreuzberg tätig sowie für die Ausstellung „Solidarisiert euch! Schwarzer Widerstand und globaler Antikolonialismus in Berlin 1919-1933“ im Bezirksmuseum Charlottenburg-Wilmersdorf. Zuvor wirkte sie an den historisch-künstlerischen Projekten „ZurückERZÄHLT“ und „EIGENSINNIGE LEBEN“ von Vincent Bababoutilabo und Joel Vogel mit. An der Basel Graduate School of History schreibt sie ihre Promotion zur Geschichte des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts, mit einem Fokus auf die Intersektion von Gender, Klasse und Rasse im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Zeichnungen
Franky Mindja, geboren 1994 in Yaoundé, Kamerun, ist
ein kamerunischer Comiczeichner, der in seiner
Heimatstadt lebt und arbeitet. In Deutschland wurde er
insbesondere durch seine Arbeit an dem Comicprojekt
“Widerstand: Drei Generationen antikolonialer Protest in
Kamerun” im Jahr 2019 bekannt. In Zusammenarbeit mit
dem Berliner Verein Initiative Perspektivwechsel e.V.
übersetzte Mindja die Geschichte des
Widerstandskämpfers Rudolf Duala Manga Bell in
ausdrucksstarke Zeichnungen. Seine Werke werden zudem
in zahlreichen Ausstellungen und Workshops in Kamerun
und Deutschland präsentiert.
